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05. Aug. '11
Christiane Vulpius
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Ich liebe Weimar, dieses wunderbare Mekka - für Künstler , Tagträumer ,Machthaber und Intelektuelle vieler Epochen...
Der Geist Goethes, Herders , Schillers (um nur einige zu nennen ) klingt allerorts nach .
Bei beiden Besuchen habe ich lange in Goethes Gartenhaus gesessen und mir das herzliche Lachen einer quirligen Christane Vulpius vorgestellt.

Die Geliebte Goethes wurde von der Weimarer Gesellschaft, die Goethe als ihren Liebling und Dichterfürst feierte, nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Sie passte als einfaches Mädchen nicht in diese feine, steife Gesellschaft hinein und wurde auch nicht akzeptiert.
Die Damen von Stein und von Schiller zogen Christiane in den Dreck, wo sie nur konnten. Ihre Hetzkampagne bestand hauptsächlich daraus, jeden Besucher Weimars über die Goetheschen Lebensumstände zu informieren und ihm gleichzeitig ein Zerrbild der „von Goethischen Haushälterin" zu präsentieren.

Man bedauerte ihn, da man annahm, er sei so tief gesunken, dass er selbst nicht mehr die Kraft finde, sich aus Christianes Fesseln herauszuwinden.

Auf diese üblen Verleumdungen und Beschimpfungen, die in ihrer Häufigkeit fast schon organisiert wirken, reagierte Christiane nicht und schimpfte nicht zurück.Ihr wurde Niveaulosigkeit vorgeworfen, doch sie begab sich nicht auf das einer von Stein oder von Schiller herab!
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Christine Brückner legt ihr dazu in den Mund:" Bei Ihnen friert's mich, Madame! Vornehme Kühle und vornehme Blässe. Aber ich geh in die Sonne, weil ich's gern warm hab und bin braun wie die Frauen in Sizilien. Und wenn's regnet, wird's Haar kraus, ohne Brennschere, und geschnürt bin ich auch nicht, alles Natur, wie's der Meinige gern hat. Ich red', wie mir der Schnabel gewachsen ist. (...) Ich hab keinen spitzen Schnabel und keine spitze Zunge, bei mir ist alles rund. Besser rundlich als runzlig. Und Grübchen!"
Erst nach der Heirat im Jahre 1806 hörte man von den Damen friedlichere Kommentare:" Ich denke, wenn Goethe ihr seinen Namen gibt, können wir ihr wohl eine Tasse Tee geben," äußerte sich Johanna Schopenhauer.
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Christiane Vulpius
Es gab auch gerechtere Urteile über Christiane.
Längst nicht alle Zeitgenossen in und auch außerhalb Weimar haben sich abschätzig oder hämisch über sie ausgesprochen.
Henry Crabb Robinson, ein englischer Jurist, sagte über Christiane, sie habe "ein annehmbares Aussehen und Herzlichkeit, ihre Umgangsformen seien locker und frei." (she had an agreeable countenance and a healthy cordial tone, her manners were unceremonious and free.)

Christiane nahm immer wieder mit viel Liebe und Freundschaft Gäste in ihrem Haus auf. Auch Schiller weilte oft zur Zusammenarbeit mit Goethe im Haus am Frauenplan und auch schon in den Jägerhäusern. Christiane machte ihm den Aufenthalt so schön und angenehm wie nur möglich, sie war eine hervorragende Gastgeberin. Doch das dankte er ihr nie; War er wieder einmal von einem Aufenthalt bei der Familie Goethe in Weimar zurückgekehrt, so erwähnte er in seinen Briefen an Goethe Christiane kaum einmal, der Dank für die Gastfreundschaft war nie an sie gerichtet. Für ihn war sie wahrscheinlich auch nur die "Goethische Haushälterin" und nicht mehr.
Wen Christiane besonders gern in ihr Haus einlud, das waren die Schauspieler, die am Theater Weimar unter der Regie des Direktors Goethe spielten.Christiane liebte das Theater und wurde schon bald zu einer unentbehrlichen Hilfe für das Weimarer Theater. Für die Schauspieler wurde sie noch viel mehr, nämlich eine Vertraute.
Christiane vergaß nie, aus welchen zumeist bescheidenen Verhältnissen diese miserabel bezahlten Menschen kamen und wurde vermutlich auch an ihre Kindheit und die damit verbundene Armut und den Hunger erinnert.

Auch Goethes Mutter, eine fröhliche, vitale und unkomplizierte Frau, die 1792 erstmals von Christiane erfuhr, kam nie auf den Gedanken, Christiane irgendwelche Vorwürfe zu machen.

Frau von Goethe und Christiane hatten viele Gemeinsamkeiten. Zunächst einmal wären da die unverstellte Natur und die charakteristischen spontanen Gefühlsäußerungen zu nennen. Weiterhin wiesen beide ein unverbildetes Wesen auf, gemeinsam war ihnen auch die Liebe zum Theater.

Anfang August 1797 lernen sich die beiden schließlich persönlich kennen. Goethes Mutter teilt ihrem Sohn nach diesem Treffen ihre Gedanken über seine Lebensgefährtin mit, die ich zu den schönsten zähle, die über Christiane geäußert wurden :

"Sie ist ein herrliches, unverdorbenes Gottesgeschöpf."

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