Florenz wird zurecht die Hauptstadt der Künste genannt; laut Statistiken der UNESCO, befinden sich gut 60% der wichtigsten Kunstwerke der Welt in Italien und davon wiederum ca. die Hälfte in Florenz.
Ich erinnere mich gern an meine traumgleichen Besuche in der geschichtsträchtigen Stadt am Arno zurück, irgendwie war ich ... völlig entrückt...
Der geheimnisvolle Kulturschock, der mich und andere Touristen vor großen Kunstwerken taumeln lässt, heißt ganz bezaubernd und sehr passend: »Stendhal-Syndrom«.
Stendhal war bei seinem ersten Florenzbesuch total aus dem Häuschen. Ja, mehr als das: »Ich befand mich in einer Art Ekstase bei dem Gedanken, in Florenz und den Gräbern so vieler Großen so nahe zu sein. zu sein. Ich war in Bewunderung der erhabenen Schönheit versunken; ich sah sie aus nächster Nähe und berührte sie fast. Ich war auf dem Punkt der Begeisterung angelangt, wo sich die himmlischen Empfindungen, wie sie die Kunst bietet, mit leidenschaftlichen Gefühlen gatten. Als ich die Kirche verließ, klopfte mir das Herz; . mein Lebensquell war versiegt, und ich fürchtete umzufallen.« Halluzinierend und der Ohnmacht nahe, taumelte Stendhal an die frische Luft. Er brauchte einige Stunden, um sich wieder zu sammeln.
Italiener gehören übrigens nie zu den Betroffenen; sie sind Erhabenheit gewohnt. Japaner auch nicht: Ihre Sightseeing-Touren verlaufen so wohlorganisiert, dass kaum Zeit für emotionale Attacken bleibt. Amerikaner kippen dagegen leicht aus den Shorts, auch Deutsche und Engländer werden überproportional oft von kulturellem Herzrasen gepackt :-)
flowerofchange schrieb am 11. November 2010 um 19:56 Uhr
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Desmond: Firenze... Fiorentina... violett... aber irgendwie wollen sie (die Fiorentiner) einen gelb vor Neid machen. Assoziiere da nicht traumgleich, aber das hat subjektive, persönliche, viell. irrationale Gründe.
# Annette Maria Böhm Hallo lieber Desmond... Ich finde die Fiorentiner haben ein gesundes Selbstverständnis entwickelt um mit ihrer "Pracht" umzugehen. Es ist seltsam ,ich empfinde keinen Neid ...Ein Teil von mir scheint eher Teil des Kunstwerks zu werden ,so es mir gefällt...
flowerofchange schrieb am 12. November 2010 um 09:30 Uhr
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Uwe : Hör ich zum ersten Mal. Kann ich aber nachvollziehen. War vor kurzem erst (nicht ganz so weit weg) im Bamberger Dom. Erst reines seightseeing. Aber als ich mir bewusst machte, dass dieser Sarkophag von Tilmann Riemenschneider gemacht wurde, dann der Veit-Stoß-Altar, wer da alles so rumlief und noch rumliegt. Selbst da kann einem schon ganz anders werden. Danach aber erst mal lecker Essen gegangen :-)
flowerofchange schrieb am 12. November 2010 um 09:33 Uhr
Die Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz ist ja weltbekannt für ihre gewaltige Kuppel, die als technische Meisterleistung der frühen Renaissance gilt. Sie zog mich magisch an ... taucht auch einfach überall auf, egal wo man sich ...in Florenz bewegt. Dort oben in der Kupel kann man praktisch einen Rundwanderweg machen und Stunden verbringen... Ich würde nie müde die Geschichten in den Deckenmalerein zu entschlüsseln :-)
# Annette Maria Böhm in Weimar verbrachte ich mal viel Zeit damit in Goethes Gartenhaus herumzulaufen ... Für mich stellte sich dort eine Stimmung ein in der ich Schwingungen nachspürte : "Was genau ist es jetzt was mich mit Goethe bzw. Christiane verbindet"... Dieses Nachspüren macht einen großen Teil meiner Kunstwahrnehmung aus...
flowerofchange schrieb am 12. November 2010 um 17:32 Uhr
# Ja. "Irgendwie" spürt man die Menschen hinter ihrer Kunst. Und dann die Frage, wieviel man selbst davon ist.
# Annette Maria Böhm Ja genau Uwe und wenn man dann in einer Kunstmetropole ist gehts so richtig los :-) Rom haut mich auch immer wieder um ...oder Paris ...Und dann auch schon mal Siegen ;)) http://www.siwikultur.de/pmc/index.htm
flowerofchange schrieb am 12. November 2010 um 17:36 Uhr
Desmond Hallo Annette! Interessanterweise wissen viele Italiener ihre kulturelle Pracht nicht so sehr zu schätzen, wie man denken mag. Auch Florenz hätte sich im 20. Jh. architektonisch/stadtplanerisch ein wenig mehr an seinem historischen Schatz o...rientieren können - das ist nur eine aus Italien selbst von mir wiedergegebene Meinung. cu - Desmond # Annette Maria Böhm finde ich spannend... was ist denn in Florenz schiefgelaufen...
rawkfist schrieb am 12. November 2010 um 23:15 Uhr
Was spiele alles vermitteln können :P ich kenne florenz nur aus dem spiel assassins creed 2, wo man in die rolle des ezio auditore da firenze schlüpfen muss, ein assassine. im spiel sind die städte venedig, florenz, forli und montereggioni dargestellt, und zwar so authentisch, dass man meint es wäre ein realer spaziergang durch diese metropolen. aber nicht nur die kulissen der damals größten städte überzeugt, sondern auch die informationen, die das spiel zu einzelnen prächtigen gebäuden und auch wichtigen personen der damaligen zeit (z.b. lorenzo de medici) mit sich bringt. ich hab das spiel für die ps3 und aus faszination schon 2mal durchgespielt^^ felix wollte sich das spiel glaub ich von einem kollegen leihen, denn ich hab ihn auch schon dafür gewinnen können :P
liebe grüße
julian
PS: desmond ;) ist der name eines der hauptcharaktere des spiels :)