Dechen Shak-Dagsay steht für Pop und Ethnoklänge vom Feinsten. Der erfahrene Produzent Helge van Dyk ist mit der Sängerin in die USA gereist, wo er sie im richtigen Studio mit den richtigen Musikern zusammenbrachte.
Ihr aktuelles musikalisches Juwel lebt von Mantras: kurze Wortfolgen werden über einen längeren Zeitraum wiederholend rezitiert gesungen - fast eher zelebriert. Die Schwingungen daraus animieren zum In-Sich-Kehren oder sogar zum Mitsummen und Tanzen. Die klare Stimme der Sängerin löst dabei eine innerliche, frohe Leichtigkeit aus. Angerichtet werden ihre zehn, aussergewöhnlich langen Festmähler mit ganz unterschiedlichen Details. Mit einer Vielfalt von Instrumente wird nämlich gekocht oder auch nur gekonnt darum herum dekoriert. Aber genau diese Zutaten fallen auf und geben jedem Gang eine andere Würze. Es sind nicht nur die für diese Musik gewohnten Flöten, Trommeln oder Klangglocken, sondern auch die poppig klingende Gitarre oder die wehmütigen Streichinstrumente. Diese fein arrangierten Kleinigkeiten öffnen auch dem Zuhörer, dem diese Art von Musik nicht so viel sagt, das Tor, zum rein hören und abtauchen. „Jewel“ ist mehr als einfach nur ein Album .Die Weltoffenheit, die ungewohnte Mischung von Meditationsklängen mit modernen Nuancen bringt uns gerade rechtzeitig auf die eigene Reise zu sich selbst, damit wir genau jetzt, entspannt - und mit einem Lächeln auf dem Gesicht - erwachen.
Mit Passagen aus dem Herzsutra, mit Anrufungen der Tara, von Chenresi und Buddha-Amithaba und mit den Rezitationen einer tibetischen Schulklasse transportiert die neue CD wohl mehr buddhistischen Text als all die Vorgänger zusammen. Und als ob damit nicht genug wäre, beginnt und endet das Album mit der Gebetsformel der sogannten Zufluchtnahme. Wer diesen Text nachspricht oder –singt, bekennt sich zu den drei Juwelen des Buddhismus, und damit gehört sie oder er bereits dazu.
Der Aufwand hat sich gelohnt. Jewel drängt sich nicht mit Ohrwürmern auf, doch entfaltet diese Musik allmählich ihre nachhaltige Wirkung. Beim wiederholten Anhören macht sie sich in einem breit und beginnt zu strahlen. Es ist der stille Glanz von inneren Werten, das Strahlen von mehr als einem Juwel.