Vor einem Monat installierte Yoko Ono in einer Berliner Galerie eine zerschossene Glasscheibe. Eine Skulptur, zu der sie Interviews gewährte, und so saß man vor ihr im Hotelsessel und hatte Angst davor, sich nach John Lennon zu erkundigen. Es musste aber sein: John Lennon hätte heute seinen 70. Geburtstag feiern können. 50 Jahre ist es her, dass er die Beatles nach St. Pauli führte, 40 Jahre, dass sein Album „Plastic Ono Band“ erschien. Vor 30 Jahren wurde er ermordet.
Alle Welt spricht vom John-Lennon-Jahr, und man erwartete eine gereizte Künstlerin, die ihre Ausstellung eröffnen und über nichts anderes als den Weltfrieden, sich selbst und ihre Künste reden wollte. Yoko Ono aber blickte freundlich über ihre dunkle Brille und verkündete: „Es ist Johns Jahr.“ Die Witwe feiert diesmal mit. Sie reist heute nach Island, zum „Imagine Tower“, einem Turm aus Licht, den sie für ihren Ehemann errichtet hat. Sie sagt: „Sein Geist ist in mir, in seiner Musik und in uns allen.“ Sie hat diesen Geist geformt, und dafür musste sie sich 44 Jahre lang verwünschen lassen.
Lennon und Ono und ihr Friedens-Bett
1966 tauchte Lennon vor ihr auf in einer Londoner Galerie, sie bat ihn einen Nagel einzuschlagen und erklärte es zum Kunstwerk. Lennon war begeistert. Er war 25 Jahre alt; er hatte sich vom Liverpooler Taugenichts zum Weltstar hochgedient, behauptet, dass die Beatles nun berühmter seien als Jesus, und die Popmusik vollendet. Aber Yoko Ono und die Kunst versprachen mehr. John Lennon wurde zur Ikone. Aus dem Beatle, der im deutschen Bombenhagel auf die Welt kam und mit zweitem Namen Winston hieß, wie Churchill, wurde über Nacht ein Friedensengel. Aus dem abgebrochenen Kunststudenten, der dem Rock’n’Roll der Fünfzigerjahre nachweinte, wurde ein Künstler. Er spielte im Film „Wie ich den Krieg gewann“ gegen den Krieg. Mit Yoko Ono nahm er nackt Geräusche auf. Das Brautpaar ließ sich für den Frieden im Hotelbett nieder, sang „Give Peace A Chance“, und 1969, zum Advent, erklärte es die Kriege für beendet.
Happy birthday dear John, you and the Beatles inspired me like no other artists on this planet... and now the Flower of Change is my way to think peace, act peace , spread peace and imagine peace...