ich neige dazu persönliche Absichten oder Intentionen von Autoren hinter ihren Werken zu suchen. Mit Tolkiens "Der Herr der Ringe" konnte ich darum bis dato nicht wirklich viel anfangen. Alles schien mir zu weit hergeholt ...zu undurchschaubar... Dieser Tage tauchte ich ZUFÄLLIG erneut in die filmische Trilogie der Hobbits, Elben und Zwerge ein . Zunächst etwas halbherzig...
Irgendwann hörte ich ,entgegen meiner üblich einsetzenden Mechanismen ,mittendrin einfach auf nach Absichten ,Special Effekts und Ausstattungsdetails zu suchen . Es eröffnete sich mir plötzlich ein Schlupfloch zu - MIR . Ich lies mich UNMITTELBAR berühren...welch ein Geschenk...
Heute wollte ich über die sanftmütige Elbin der Geschichte schreiben und als ich im Netz Infos rund um Tolkien sammeln wollte ,fand mich dies:
Tolkien versicherte in seinem Vorwort zur revidierten Ausgabe von 1966, dass die beiden Weltkriege, die er miterlebt hatte, keine Grundlage für sein Werk legten. Demnach wollte er lediglich ein Buch mit einer langen, den Leser fesselnden Geschichte schreiben:
„Was die tiefe Bedeutung oder ›Botschaft‹ des Buches angeht, so hat es nach Absicht des Autors keine. Es ist weder allegorisch, noch hat es irgendeinen aktuellen Bezug. […] Der wirkliche Krieg hat weder in seinem Verlauf noch in seinem Ausgang eine Ähnlichkeit mit dem Krieg der Sage. Hätte er als Vorbild […] gedient, so hätte man sich des Rings sicherlich bemächtigt und ihn gegen Sauron verwendet; und Sauron wäre nicht vernichtet worden, sondern unterworfen, und Barad-dur nicht zerstört, sondern besetzt. […] Denkbar wären auch Deutungen gemäß den Vorlieben oder Ansichten derjenigen, die auf allegorische oder aktuelle Bezüge Wert legen.
Doch die Allegorie in allen ihren Formen verabscheue ich von Herzen, und zwar schon immer, seit ich alt und argwöhnisch genug bin, ihr Vorhandensein zu bemerken. Geschichte, ob wahr oder erfunden, mit ihrer vielfältigen Anwendbarkeit im Denken und Erleben des Lesers ist mir viel lieber. Ich glaube, dass ›Anwendbarkeit‹ mit ›Allegorie‹ oft verwechselt wird; doch liegt die eine im freien Ermessen des Lesers, während die andere von der Absicht des Autors beherrscht wird.“
– J. R. R. Tolkien
Damit antwortete der Autor auf zahlreiche Nachfragen, die ihn um eine Deutung befragten und eine allegorische Interpretation vorschlugen.
Im tolkienschen Universum stellt der Roman Der Herr der Ringe den Abschluss einer fiktiven Mythenwelt dar, da er von den letzten großen Ereignissen eines Mythenzeitalters berichtet. Der Großteil des Werkes erzählt von der beschwerlichen Reise Frodos und seiner Gefährten während des Ringkriegs. Der Herr der Ringe ist eine in sich geschlossene Geschichte, gleichzeitig aber auch eine Fortsetzung des Kinderbuchs Der kleine Hobbit.