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17. März '13
"Erkenne dich selbst"
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"Erkenne Dich selbst!" Die alte Mahnung, von Gelehrten und Weisen seit alters immer wieder als Appell an die Menschen gerichtet, fordert uns dazu auf, hinter die Erscheinungen der Natur zu blicken, um die Ursachen der wirkenden Kräfte in der Natur zu erkennen.

Obwohl sich seit den Tagen im alten Griechenland, als diese Maxime auf einer Säule am Apollotempel in Delphi zu lesen war, viel geändert hat, hält das Fragen und Suchen nach dem Wesen des Menschen an.

In Indien existiert seit undenklichen Zeiten die Lehre von der illusorischen Wirklichkeit unserer Welt, „Maya“ genannt.
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Denn augenscheinlich ist unsere Welt nur eine Welt der „Reaktionen", die im Gemüt bestimmte Vorstellungen bewirken. Sie existiert zwar, jedoch ist der Eindruck, den wir von ihr haben, nur relativ und unvollkommen gegenüber den tieferen Wahrheiten und Wirklichkeiten des inneren Seins.

Für die Anthroposophie ist das Erfassen des vielschichtigen Wesens des Menschen zentral. Aus dem zweiten anthroposophischen Leitsatz, den Steiner 1924 formulierte, wird deutlich, dass er mit der Anthroposophie geistig gewonnene Erkenntnisse vermitteln wollte, weil im Alltag und in der Wissenschaft seiner Zeit die Ansicht herrschte, dass „mit den Grenzen der Sinnesanschauung auch die Grenzen aller Einsicht gegeben“ seien.




Freud und Steiner

Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, leistete bahnbrechende Arbeit, indem er zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten unterschied. Im Jahr 1923 veröffentlichte er seine Schrift Das Ich und das Es, in der er erstmals seine Theorie über das Es, das Ich und das Über-Ich beschrieb. Das Es ist der unbewusste, triebhafte Teil im Menschen, das Über-Ich enthält die verinnerlichten Normen und Ideale.

Ab 1911 distanzierten sich etliche Psychoanalytiker von Freud und nach seinem Tod teilte die Psychoanalyse sich in viele Schulen auf, die wie Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder teilweise sehr andere Wege gingen und gehen als ihr Vorfahre. Dennoch bleibt sein Werk für viele eine wichtige Referenz.


Der erste Vortrag Steiners beginnt mit den Worten: „Der Mensch, welcher sich auf sich selbst besinnt, kommt bald zu der Einsicht, dass er außer dem Selbst, das er mit seinen Gedanken, Gefühlen und vollbewussten Willensimpulsen umfasst, noch ein zweites kraftvolleres Selbst in sich trägt.



Er wird gewahr, wie er sich diesem zweiten Selbst als einer höheren Macht unterordnet. Zunächst wird der Mensch allerdings dieses zweite Selbst wie eine niedrigere Wesenheit empfinden gegenüber demjenigen, das er mit seinem klaren, nach dem Guten und Wahren neigenden vollbewussten Seelenwesen umspannt. Und er wird diese niedrigere Wesenheit zu überwinden trachten.“ (GA 15)

Er schlägt vor, sich darauf zu besinnen, wie man im Leben oft Dinge getan hat, die man erst im Nachhinein versteht. Und er weist darauf hin, dass diese Feststellung zu der Empfindung führt, dass man „sich wie geborgen“ fühlt „durch eine gute Macht, die in den eigenen Wesenstiefen waltet; man fängt an, immer mehr und mehr Vertrauen zu gewinnen zu der Tatsache, dass man eigentlich im höchsten Sinne des Wortes doch nicht allein ist in der Welt, und dass alles dasjenige, was man versteht, was man bewusst kann, im Grunde genommen nur ein kleiner Teil dessen ist, was man in der Welt vollbringt.“

Steiner betont in diesem Vortrag, dass der Mensch in seiner Kindheit noch unmittelbar mit geistigen Welten in Verbindung steht. Die Wirkung der höheren, geistigen Kräfte im Menschen äußert sich in den ersten drei Lebensjahren in dem Lernen von gehen, sprechen und denken. Das Erkennen dieser elementar menschlichen Kräfte, die später nur noch abgemildert wirksam sind, heißt in Steiners Formulierung, „den Christus im Menschen“ zu erkennen.


Quelle uralten Wissens


Plato, Pythagoras, Jakob Böhme, Schelling, Leibniz, Shakespeare, um nur einige Gelehrte und Weise zu nennen, sie alle schöpften aus der Quelle uralten Wissens, das in seiner Essenz seit Menschengedenken unveränderlich blieb und auch bleiben wird, da die Abläufe in der Natur selbst unveränderlichen Gesetzen folgen.

Um nun diese Gesetze zu erkennen, sollten wir unsere Unterscheidungskraft schulen, indem wir unser Bewusstsein weiten, es über die Endlichkeit erheben und dem Denken keine Grenzen auferlegen.


Wir sollten die alten Gedankenformen und Ideen in uns zerbrechen, neue hereinlassen und die Vorstellungskraft schulen; die Fähigkeit erwerben, größere Verbindungen in dem Geschehen des täglichen Lebens zu erkennen, deren Ursachen entdecken, die Noumena, sie sich hinter den Phänomenen, den Erscheinungen, verbergen.


„Mensch, erkenne dich selbst" sind Worte, die nachdenklich stimmen und uns die Eigenverantwortung gegenüber allem Lebenden bewusster machen; vielleicht fühlt sich sogar der eine oder andere zu aktivem Studium der Weisheit der Zeitalter, der Esoterischen Philosophie, der Theosophie, angeregt. Ganz sicher aber regen diese Worte dazu an, dem materialistischen Denken unserer Zeit eine menschlichere, spirituelle Richtung zu geben.


Quelle : http://www.theosophische-gesellschaft.de/cms/entdecke-theosophie/mensch-erkenne-dich-selbst.php
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