Friedensnobelpreis für Menschenrechtler Liu Xiaobo
Der chinesische Dissident und Menschenrechtler Liu Xiaobo hat den Friedensnobelpreis bekommen. Er sitzt derzeit in China in Haft.
Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an den inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo. Das teilte das norwegische Nobelkomitee in Oslo mit. Er wird für seinen Kampf für die Menschenrechte ausgezeichnet, hieß es zur Begründung. Der mit umgerechnet knapp 1,1 Millionen Euro dotierte Preis wird am 10. Dezember überreicht.
Der inhaftierte chinesische Bürgerrechtler ist auch Ehrenvorsitzer des PEN-Clubs unabhängiger chinesischer Schriftsteller. Der 54-jährige Dissident ist einer der führenden Köpfe hinter der „Charta 08“, dem Appell für Demokratie und Menschenrechte in China. Das Manifest wurde im Dezember 2008 aus Anlass des 60. Jahrestages der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen veröffentlicht und sieht sich in der Tradition der Charta 77 der früheren tschechoslowakischen Dissidenten.
Unter dem Vorwurf der „Untergrabung der Staatsgewalt“ wurde Liu Xiaobo im Dezember 2009 zu elf Jahren Haft verurteilt. Der frühere Literaturdozent saß davor schon zweimal in Haft: Wegen seiner Beteiligung an der blutig niedergeschlagenen Demokratiebewegung 1989 kam er zwei Jahre in Haft, 1996 musste er wegen seiner Aktivitäten für drei Jahre in ein Umerziehungslager.
Der Friedensnobelpreis gilt als bedeutendste internationale Auszeichnung im Bemühen um eine friedlichere Welt. Stifter des Preises ist der schwedische Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel (1833-1896). In seinem Testament beauftragte er das norwegische Parlament, das Storting, jährlich bis zu drei Personen oder Organisationen für ihre Verdienste auszuzeichnen.