Auf Europas größter Computer-Spielemesse, der gamescom in Köln, war auch die Bundeswehr mit einem Stand vertreten und warb um Symphatien bei der jungen Zielgruppe.
Inhaltlich dominiert der Krieg und seine virtuellen Szenarien schon lange die Spielewelt, nicht erst seit die US Armee offiziell Millionen in Rekrutierungsshooter wie America’s Army pumpt. Der reale Krieg wird durch den Einsatz von augmented reality und ferngesteuerten Drohnen immer digitaler und benötigt die entsprechende Vorbildung. Die Grenzen zwischen gespielten Szenen aus „Call of Duty“ und der blutigen Realität in „Collateral Murder“ verwischen zusehends.
Kritik äußerten AktivistInnen, die den Stand der Bundeswehr mit Flugblättern stürmten
Aus dem Flugblatt
Die Bundeswehr spielt nicht - sie tötet! Die Bundeswehr auf der Gamescom 2010
Die Bundeswehr macht sich im Rahmen ihrer Werbestrategien an Schulen, Unis und Arbeitsämtern breit, um an neues Kanonenfutter für Auslandseinsätze zu gelangen. So auf dieser Spielemesse. Die Bundeswehr ist mit einem Stand vertreten! Sie hat aber auch hier nichts zu suchen.
Krieg heißt GAME OVER! Krieg ist blutiger Ernst, hier hören Spiel und Spaß auf! Die Bundeswehr lockt Menschen zum Töten. Sie gaukelt technik- und spielbegeisterten Menschen vor, dass Militär und Kriege "Saubere Sachen" seien. Tolle Abenteuer warten - wie auf der Spielkosole. Krieg sei notwendig, zum Aufbau von Demokratie und zum Schutz "unserer" Rohstoffe. Kriege seien "Humanitäre Hilfsaktionen". Dass es Tote, besonders viele "Kollateralschäden" (90% Zivilopfer) gibt, wird nicht erwähnt!
Die Bundeswehr blendet die Realität per Computer aus. Sie organisiert Kriegseinsätze wie Spiele. "Drohnen" zum Töten von Menschen werden z.B. real per Joystick gesteuert. Die Bundeswehr erklärt Menschen nicht, dass man im Gegensatz zum "virtuellen" den realen Krieg nicht per Exit-Button beenden kann, dass man die Toten und die Zerstörungen nicht per Mausklick "löschen" kann.