Erster wurde ein anderer. Damals beim Breakdance-Wettbewerb im Stadtpark von Oer-Erkenschwick. Doch Helene Indenbirken wußte eins ganz genau: Den zweiten Platz würde ihr Enkel belegen - Leonardo DiCaprio.
Schon damals, als Zehnjähriger, habe er das Publikum, die Aufmerksamkeit gesucht. Und wenn er seine Großeltern im Ruhrgebiet besuchte, bekam er beides im Übermaß. Als Amerikaner war er hier in Oer-Erkenschwick ein Star.
Die 1997 vertorbene Großmutter hatte mit ihrem Mann selbst drei Jahrzehnte in den USA gelebt. Ihre Töchter Renate und Irmelin wuchsen dort auf. Irmelins Ehe mit Leonardos Vater George DiCaprio war ein Jahr kurz, aber nach der Scheidung kümmerten sich beide um ihren Sohn. Die haben uns sogar erst verschwiegen, daß sie geschieden sind, weil wir so strikt, so deutsch waren.
Leonardo aber ist ein amerikanischer Junge: Er versteht Deutsch, aber schneller geht's auf Englisch, urteilte die Großmutter. 1984 kehrten sie und ihr Mann nach Deutschland zurück. Enkel und Töchter blieben in der neuen Heimat: Im Flugzeug bin ich ja schnell da.
Früher kam Leonardo jedes Jahr nach Oer-Erkenschwick. Er liebt deutsches Essen: Streuselkuchen, Brötchen, Wurst - und vor allem Reibekuchen.
Die Großmutter verpasste keinen seiner Filme, fliegt zur Titanic-Premiere nach London, sieht sich den Film später auf Deutsch an: Die haben eine sehr schöne Synchronstimme ausgewählt, sehr ähnlich...
Mein Reibekuchenrezept werde ich noch ein wenig verbessern ,für den Fall das er mal wieder in der Nachbarschaft ist ... ;))