heute möchte ich eine meiner liebsten Erinnerungen an meinen Großvater Johann mit euch teilen. Er brachte uns Enkeln folgendes Gedicht bei und soufflierte uns unermüdlich ...
Vom Büblein auf dem Eis
von Friedrich Güll (1812-1879)
Gefroren hat es heuer noch gar kein festes Eis; das Büblein steht am Weiher und spricht so zu sich leis: Ich will es einmal wagen, das Eis, es muss doch tragen.- Wer weiß?
Das Büblein stampft und hacket mit seinem Stiefelein, das Eis auf einmal knacket, und Krach! Schon brichts hinein. Das Büblein platscht und krabbelt als wie ein Krebs und zappelt mit Schreien.
O helft, ich muss versinken in lauter Eis und Schnee! O helft, ich muss ertrinken im tiefen, tiefen See! Wär nicht ein Mann gekommen, der sich ein Herz genommen, o weh!
Der packt es bei dem Schopfe und zieht es dann heraus, vom Fuß bis zu dem Kopfe wie eine Wassermaus. Das Büblein hat getropfet, der Vater hats geklopfet zu Haus.
aufPuschen schrieb am 03. Dezember 2010 um 16:32 Uhr
Hallo, ein wirklich sehr schönes Gedicht. Ich finde es schön, wenn Menschen in solchen Erinnerungen weiterleben. Ich habe auch ein Weihnachtslied - kein Gedicht - was mich an meine Ur-Grosseltern erinnert. Dann muss ich Weihnachten immer an sie denken.
flowerofchange schrieb am 03. Dezember 2010 um 20:09 Uhr
Hallo liebe Melanie,
das sind ja mal wirklich süße Puschen :-)
Wie heißt denn das Weihnachtslied, dass dich an deine Urgroßeltern erinnert ?
Ach ja der Opa... Er war ein Kerl wie ein Baum, mit einem unglaublich weichen Herzen... konnte uns Enkeln nichts abschlagen. Opa hat sich Sonntags gern fein gemacht mit blauem Trenchcoat und Siegelring.Briskpomade im Haar und gern ein Lied auf den Lippen. "Schwarzbraun ist die Haselnuss", war sein Liebstes...glaube ich... Oppa ( so klingt es hier im Ruhrpott ) zeichnete gern Landschaften und hatte mitunter irgendwo einen kleinen Flachmann versteckt, den die Oma nicht finden durfte...